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Dienstag, 4. Oktober 2011

Gewagt

Am kürzlich durchgeführten Parteitag der FDP in Schwyz liess sich Parteipräsident Fulvio Pelli zur Aussage hinreissen: Die andere Kleinpartei <<Anmerkung: neben der BDP>> möchte mit grünliberal einen sexy Namen haben, doch es stelle sich schnell heraus, dass das ein Etikettenschwindel sei. So seien die Grünliberalen im Liberalismusrating erst ab Rang 68 zu finden...
Markige Worte vom Steuermann der Partei, die praktisch durchs Band nur noch verliert und die Felle an allen Fronten davonschwimmen sieht. Die Wertkonservativen wandern zur SVP ab, die gemässigt Konservativen zur BDP und die ökölogisch Interessierten eben zur glp. Irgend was muss er ja sagen, um die Talfahrt zu kaschieren und bei der Basis Stimmung zu machen. Nun, nach dem 23. Oktober werden wir schlauer sein und sehen, ob die Wähler finden, die Grünliberalen betreiben Etikettenschwindel.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Polit-Business


Kürzlich war auf SF der Film "Swing Vote" mit Kevin Costner zu sehen, von dem ich mir nicht übermässig viel versprochen hatte. Umso mehr wahr ich positiv über den Witz des Streifens und vorallem die direkten und teils auch unterschwelligen Aussagen überrascht. Costner als Loser zu sehen war erfrischend und die Anspielungen auf den politischen Zirkus amüsant. Auch wenn es in der Schweiz bei Wahlen nicht ganz so pompös und theatralisch zu und her geht und die Story sicher etwas gesucht ist, gibt sie doch einen (überzeichneten) Einblick ins Polit-Business...

Samstag, 1. Oktober 2011

oha!

Der Vorrat an Kotztüten dürfte bei dem Flug vermutlich zur Neige gegangen sein...

Donnerstag, 29. September 2011

EU, nein danke

Das Plakat der SVP fällt selbst im aktuell Bilderwald auf: "Wer nicht in die EU will, wählt SVP". Nun, ich will auch nicht in die EU. Nur die SVP wählen werde ich auch nicht. Was mache ich denn jetzt nur?

Donnerstag, 15. September 2011

Ist denn schon Weihnachten?

Das fragt man sich, wenn man vernimmt, dass der Nationalrat für eine Armee von 100'000 Mann ist und für ein höheres Budget von satten 5 Milliarden Franken gestimmt hat. Und das Beste dabei: mit dem Geld sollen sich mirakulöserweise auch gleich noch die neuen geforderten Kampfjets finanzieren lassen.
Ich war immer eher gut im Rechnen, aber da kann ich schlicht nicht folgen. Man erinnert sich: der Bundesrat hatte einen Bestand von 80'000 Mann und ein Budget von 4.4 Mia. vorgeschlagen. Notabene wäre auch der Betrag immer noch 300 Millionen höher als im aktuellen Ausgabenplafond vorgesehen ist. Ein Schelm ist wer denkt, dass es Wahlkampfzeit ist und sich der eine oder andere Politiker beim Stimmvolk ins passende Licht rücken will. Ist man dann mal gewählt, kann man ja wieder zur Realität zurückkehren und eingestehen, dass die Rechnung wohl nicht so ganz aufgehen kann.
Weil "viel" oder "wenig" Geld bekanntlich relativ ist, habe ich gegoogelt um herausfinden, wie die Rüstungsausgaben in anderen Ländern sind. Ganz aktuelle Zahlen habe ich nicht gefunden, aber die Angaben von 2008 sind immerhin ein Indikator. Demnach geben (oder gaben) beispielsweise Deutschland und Russland je umgerechnet 35 Mia. Franken für die Armee aus. Deutschland hat um die 80 Mio. Einwohner, sprich etwa Faktor 10 zur Schweiz. Gut, Ausgaben lassen sich nicht linear umrechnen. Aber trotzdem liege ich wohl nicht ganz falsch, wenn ich feststelle, dass wir im Verhältnis nicht wenig Geld einplanen. Russland hat übrigens in etwa 143 Mio. Einwohner, ist geografisch sehr viel mehr exponiert als die Schweiz und immer wieder in bewaffnete Konflikte verwickelt (Tschetschenien, Georgien, etc.). Da ist es dann schon interessant, dass so ein 18x grösseres Land nur 7x mehr für die Verteidigung einplant. Kanada mit etwa 34 Mio. Bewohnern hat für den Posten 2008 umgerechnet 13 Mia. Franken eingesetzt. Ok, ich denke der Punkt ist herübergekommen. Trotzdem noch eine Zahl von unserem ähnlich grossen Nachbarn Österreich: der Verteidigungsetat sieht gerade mal 2.4 Mia. Euro oder etwa 2.9 Mia. Franken vor. Und das Land grenzt an Osteuropa mit einem wohl eher höheren Risikopotential. Übrigens: die Schweiz leistet sich - wenn mich meine Erinnerung nicht trügt - alleine mit den F/A-18 mehr als doppelt so viele Kampfjets wie Österreich...

Mittwoch, 17. August 2011

Revolution!

Gibt's ja gar nicht. Gibt's ja wohl! Im nur bedingt progressiven Kanton Luzern erwägt der Kantonsrat tatsächlich eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten. Für Auswärtige: hierzulande schliessen die Türen pünktlich um 18:30 und am Samstag um 16:00. Und jetzt kommt's: wir sollen am Samstag bis 17:00 einkaufen dürfen. Ui. Und weil's so toll ist, gibt's als Zückerli obendrauf vielleicht noch die Möglichkeit, dass man vor Feiertagen nicht mehr hetzen muss, weil die Läden schon um 17:00 dicht machen, sondern bis halb sieben seine Einkäufe erledigen kann. Viva la revolución...

Euromania

Gibt es zurzeit eigentlich noch ein anderes Thema als den schwachen Euro beziehungsweise den starken Franken? Die Frage ist eher rhetorischer Natur. Im Sog der berechtigten Sorge um fallende Euro- und Dollar-Kurse schiesst man sich im Moment auf die Retailpreise ein. Da man sich eingestehen muss, dass sich am starken Franken auch mit viel Willen wenig ändern lässt, muss ein anderes Thema her. Und da man das irgendwie in Zusammenhang mit dem Euro bringen kann, gilt das Thema auch als sexy.
Der geneigte Leser, die geneigte Leserin, möge mich nicht falsch verstehen: ich ärgere mich auch, wenn ich erfahre, dass Produkte in Deutschland oder sonstwo nur die Hälfte der Ladenpreise in der Schweiz kosten. Nur: ist das nun echt so neu? Es schockiert auf den ersten Blick, wenn die SKS von durchschnittlich 90 Prozent höheren Preisen bei uns berichtet. Da der Euro nun aber bekanntermassen doch nicht ganz so stark gefallen ist, kommt man ohne grosse Rechnerei darauf, dass wir in der Schweiz auch vor der Euroschwäche für einzelne Produkte substantiell mehr bezahlt haben. Wenn der Euro also sagen wir mal 20 Prozent gefallen ist und die Differenz jedoch weit höher ist: warum hat man nicht schon früher reagiert und Wind gemacht?
Es bleibt zu hoffen, dass der Druck der hiesigen Grossverteiler die Hersteller dazu bewegt, an den CH-Preisen etwas zu ändern. Ich persönliche habe keinen Stress damit, wenn ich in Luzern, Zürich oder Basel etwas mehr bezahle als jenseits der Grenze. Immerhin, und das sollte man sich bei allem Entrüsten auch vor Augen führen, haben wir bei Verkäufen in der Schweiz auch die Wertschöpfung. Transport, Werbung, Verkauf, usw. - das ermöglicht vielen Leuten das täglich Brot. Vielleicht ein Gedanke, bevor man sich das nächste Mal ins Auto setzt und unzählige Kilometer abreisst, um ein paar Franken zu sparen. Wer denkt "denen zeig ich's jetzt" mag die mächtigen Hersteller treffen, aber auch das Gewerbe in der Schweiz.