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Mittwoch, 17. August 2011

Euromania

Gibt es zurzeit eigentlich noch ein anderes Thema als den schwachen Euro beziehungsweise den starken Franken? Die Frage ist eher rhetorischer Natur. Im Sog der berechtigten Sorge um fallende Euro- und Dollar-Kurse schiesst man sich im Moment auf die Retailpreise ein. Da man sich eingestehen muss, dass sich am starken Franken auch mit viel Willen wenig ändern lässt, muss ein anderes Thema her. Und da man das irgendwie in Zusammenhang mit dem Euro bringen kann, gilt das Thema auch als sexy.
Der geneigte Leser, die geneigte Leserin, möge mich nicht falsch verstehen: ich ärgere mich auch, wenn ich erfahre, dass Produkte in Deutschland oder sonstwo nur die Hälfte der Ladenpreise in der Schweiz kosten. Nur: ist das nun echt so neu? Es schockiert auf den ersten Blick, wenn die SKS von durchschnittlich 90 Prozent höheren Preisen bei uns berichtet. Da der Euro nun aber bekanntermassen doch nicht ganz so stark gefallen ist, kommt man ohne grosse Rechnerei darauf, dass wir in der Schweiz auch vor der Euroschwäche für einzelne Produkte substantiell mehr bezahlt haben. Wenn der Euro also sagen wir mal 20 Prozent gefallen ist und die Differenz jedoch weit höher ist: warum hat man nicht schon früher reagiert und Wind gemacht?
Es bleibt zu hoffen, dass der Druck der hiesigen Grossverteiler die Hersteller dazu bewegt, an den CH-Preisen etwas zu ändern. Ich persönliche habe keinen Stress damit, wenn ich in Luzern, Zürich oder Basel etwas mehr bezahle als jenseits der Grenze. Immerhin, und das sollte man sich bei allem Entrüsten auch vor Augen führen, haben wir bei Verkäufen in der Schweiz auch die Wertschöpfung. Transport, Werbung, Verkauf, usw. - das ermöglicht vielen Leuten das täglich Brot. Vielleicht ein Gedanke, bevor man sich das nächste Mal ins Auto setzt und unzählige Kilometer abreisst, um ein paar Franken zu sparen. Wer denkt "denen zeig ich's jetzt" mag die mächtigen Hersteller treffen, aber auch das Gewerbe in der Schweiz.

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