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Mittwoch, 1. Dezember 2010

Fehler im System

In der gestrigen Ausgabe von 10vor10 wurde darüber berichtet, dass es sich für manche Sozialhilfebezüger rein rechnerisch nicht lohnt, arbeiten zu gehen. Ein besonderes eindrückliches Beispiel ist das des Familienvaters, der (vermutlich bewusst) knapp unter dem Existenzminimum verdient und dafür nicht nur 800 Franken Unterstützung bekommt, sondern auch keine Steuern bezahlt und keine Franchise, Selbstbehalt sowie Zahnarztrechnungen vergütet erhält. Würde er also nur 200 Franken mehr verdienen, gingen ihm mehrere Hundert Franken "verloren".
Eine absurde Situation. Ich kann's ja auch überhaupt nicht ausstehen, wenn Leute das Sozialhilfesystem ausnutzen, aber in dem Fall bringe ich sogar ein gewisses Verständnis mit. Es kann ja nicht sein, dass man massiv "bestraft" wird, wenn man in eigener Leistung etwas mehr Geld verdient. Die Fachleute haben zwar das Problem erkannt, aber offensichtlich keine Lösung zur Hand.

Kommentare:

  1. Doch, es gibt einige Fachleute, die eine Lösung sehen (man ist sich jedoch nicht einig) und zwar indem auch die Sozialhilfe wie jedes andere Einkommen besteuert wird.

    Wovon jedoch niemand sprach, ist, dass dann logischerweise auch die Sozialhilfe höher ausfallen müsste, damit Sozialhilfe-Bezüger überhaupt ihre Steuern bezahlen könnten... Letzten Endes ist es rein betraglich ein Null-Summen-Spiel, weil die höheren Sozialhilfe-Beiträge wieder durch die Steuern eingetrieben würden. Aber: Die Schwelle für den Wiedereinstieg wäre tiefer, weil dann immer mit einem Abzug beim Einkommen gerechnet werden müsste.

    Ob das dann aber wirklich etwas bringt, weiss ich auch nicht. Man könnte es ja einmal austesten (ohne Kostenfolge für die Betroffenen).

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  2. Das ist richtig, insofern war meine Aussage nicht ganz korrekt. Ob aber der Ansatz der Besteuerung von Einkommen aus Sozialhilfe wirklich etwas bringt, wage ich eher zu bezweifeln. Aber es ist schon so: wahrscheinlich muss man einfach mal was probieren. Der Status quo ist ja auch nicht befriedigend.

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